Im Oktober 2020 hat Google eine neue Version von Google Analytics gelauncht: Google Analytics 4 (GA4). Wie du GA4 perfekt für deine Website einrichtest und von den vielen genialen Reports profitierst, erfährst du hier im ultimativen Einsteiger- und Durchstarter Guide. 🚀
Hinweis: Du weißt wie schnell sich die digitale Welt verändert. Noch viel schneller verändert sich Google Analytics 4. Ein Report von heute kann morgen ganz anders aussehen. Manche Einstellungen befinden sich bei dir womöglich nicht mehr an der selben Stelle wie bei mir. Ist das der Fall: Keine Panik! Sieh dich kurz im Tool um, du findest dich bestimmt schnell zurecht.
Falls nicht: Schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht und ich erstelle sofort ein Blogartikel-Update. Vielen lieben Dank für deine Mithilfe! 😘
Noch ein Hinweis: Das hier ist ein ultimativer Einsteiger-Guide und deswegen ein sehr langer Blogartikel. Spring gerne direkt zu den Punkten, wenn du nach etwas bestimmten suchst.
Letzter Hinweis: Warum Einsteiger Guide? Weil sich zukünftig alle Blogartikel an GA4 richten. In naher Zukunft wird der Vierer verschwinden und wir werden nur noch von Google Analytics sprechen. Dieser Blogartikel ist daher der perfekte Einstieg in GA4. Weitere Detailartikel kommen laufend.
Inhalt
Google Analytics 4 ist da und damit ein völlig neues User Interface sowie zahlreiche neue Berichte. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch, dass viele alte Berichte aus Universal Analytics
Hinweis: Google Analytics 4 ist neu? Ja! Die Vorversion von GA4 heißt Universal Analytics. Erfahre hier alles über das Upgrade. >> Hurra, hurra Google Analytics 4 ist da
Es ist also gar nicht so einfach sich im neuen Google Analytics 4 zurecht zu finden, wenn du Universal Analytics gewöhnt bist.
Was also tun?
Ich meine, es gibt zwei Wege:
1) Jedes Mal, wenn du eine Analyse in Universal Analytics machst, kannst du parallel dieselbe Analyse in Google Analytics 4 vornehmen.
Der Vorteil: Du erhältst einen direkten Vergleich beider Tools und kannst dich Schritt für Schritt auf den kompletten Umstieg zu GA4 vorbereiten.
Der Nachteil: Nicht jeder Bericht ist in GA4 verfügbar. Es wurde auch nicht jede Dimension und jede Metrik übernommen. Google Analytics 4 ist ein völlig neues Tool und man kann nicht überall Parallelen ziehen.
Deswegen gibt es auch Variante 2:
2) Google Analytics 4 als komplett neues Tool verstehen!
Das heißt, ähnlich wie du dich in Universal Analytics eingearbeitet hast, kannst du dich nun in Google Analytics 4 einarbeiten.
Konkret bedeutet das:
Genau wie damals beim Einstieg in Universal Analytics.
Der Vorteil: Du kommst dadurch automatisch aus der UA-Denke raus.
Universal Analytics ist alt und wird in den nächsten zwei bis fünf Jahren von der Bildfläche verschwinden. Es macht also keinen Sinn daran fest zu halten.
Im Vergleich: Du rechnest heute auch nicht mehr Schilling💰 oder Deutsche Mark💵 in Euro um. Der Euro hat sich gefestigt und so sollte sich auch Google Analytics 4 festigen.
Egal für welchen Weg du dich entscheidest: Beide Wege sind gute Wege!
Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden und stelle daher im Folgenden den Einstieg auf GA4 (fast) ganz ohne Vergleich zu Universal Analytics vor.
Hinweis: Wenn du den ersten Weg bevorzugst, ist dieser Blogartikel perfekt für dich: >> Universal Analytics vs. Google Analytics 4
Spoiler: Einen noch perfekteren Einstieg in Google Analytics 4 verrate ich dir gaaaaanz am Ende dieses Beitrags. Du willst nicht warten? Spring gleich direkt hin.
Los geht’s mit dem perfekten Einstieg in GA4:
Um mit Google Analytics 4 (durch)zustarten benötigst du zu aller erst eine Google Analytics 4 Property.
Eine GA4 Property bekommst über zwei Wege:
1) Du hast bereits einen bestehenden Universal Analytics Account?
Perfekt, dann kannst du diesen auf Google Analytics 4 upgraden. Wie du das machst habe ich hier im Detail beschrieben: >> Hurra, hurra Google Analytics 4 ist da: Bestehende Property upgraden.
Wichtig: Deine bestehende UA Property inkl. allen Datenansichten bleibt unverändert bestehen.
Auch wichtig: Es werden KEINE Daten aus der vorhandenen UA Property in Google Analytics 4 importiert. Die Datensammlung startet bei null.
2) ODER: Du möchtest mit einem komplett neuen Google Analytics Setup beginnen?
Noch perfekter, denn seit Oktober 2020 ist Google Analytics 4 der neue Google Analytics Standard.
Mit Klick auf „+Create Property“ im Google Analytics Administrations Interface erstellst du automatisch eine GA4 Property:
Screenshot: Google Analytics 4 – Neue GA4 Property erstellen
Tipp: Wie du die neue GA4 Property Schritt für Schritt erstellst habe ich hier im Detail beschrieben: >> Hurra, hurra Google Analytics 4 ist da: Neue GA4 Property erstellen.
Ist die Google Analytics 4 Property erstellt, kann es mit dem Setup weiter gehen:
Ein Datenstream ist eine Datenquelle. Erst wenn ein Datenstream eingerichtet ist, fließen Daten in deine GA4 Property.
Mit einer Datenquelle kannst du folgende Quellen für Google Analytics 4 konfigurieren:
Neu: Mit Google Analytics 4 können zusätzlich zu deiner Website auch Apps analysiert werden. Der große Vorteil: App und Web Daten können nun gemeinsam – im selben Datentopf – analysiert werden.
Hintergrund Info: Das ist auch der Grund warum GA4 ein neues Datenmodell bekommen hat – um das Website- und App Tracking zu vereinheitlichen. GA4 setzt dabei auf das Datenmodell von Firebase – Googles App-Tracking Tool.
>> Alles zum neuen Datenmodell sowie den Unterschied von UA zu GA4 findest du hier.
Wie du einen App Datenstream erstellst erfährst du hier im Detail: >> App+Web Property: App Stream erstellen
Um einen Web Datenstream zu erstellen, klicke auf Web in der Data Stream Übersicht:
Screenshot: GA4 – Web Datenstream erstellen
Im nächsten Fenster wird der Data Stream eingerichtet:
Screenshot: GA4 – Web Datenstream einrichten
Füge 1) deine URL in das dafür vorgesehene Feld ein.
Gib 2) deinem Datenstream einen sprechenden Namen z.B. ANALYTICSkiste Website oder XY App. Damit siehst du auf einen Blick, dass es sich bei dem Stream um einen Website- oder App Data Stream handelt.
3) Per Default sind die Enhanced Measurement Events angetoggelt und das ist auch gut so, denn damit werden folgende Events automatisch in GA4 erfasst:
Wichtig ist, dass du weißt wie Google die automatischen Ereignisse erhebt: Das Tracking der internen Suche funktioniert bspw. nur dann automatisch, wenn du q, s, search, query oder keyword in der URL stehen hast.
Verwendest du einen anderen Query-Parameter, musst du diesen erst in den Einstellungen angeben. Klick dazu auf das kleine Zahnrädchen neben damit du in die Einstellungen kommst:
Google Analytics 4 – Suchparameter anpassen bei Interner Suche
Hinweis: Wenn du nicht möchtest, dass diese Events automatisch erfasst werden, kannst du das Enhanced Measurement auch abtoggeln (aber das ist eigentlich nicht empfohlen!).
Klicke 4) auf Create Stream bzw. Datenquelle erstellen um die Einrichtung abzuschließen.
Du erhältst nun die Measurment ID (Mess-ID), welche du später für den Tracking Code benötigst:
Screenshot: Google Analytics 4 – Web Stream Details
Hinweis: Wenn du bereits Universal Analytics eingesetzt hast wirst du dich eventuell wundern wo die UA-Tracking ID geblieben ist. Diese gibt es nicht mehr! Stattdessen verwendet GA4 eine Mess-ID.
>> Details dazu erhält du im UA vs. GA4 Vergleichs Blogartikel.
Außerdem findest du hier unter Google Tag –> Tag-Einstellungen bearbeiten weitere Eintellungsmöglichkeiten:
Screenshot: GA4 Datenstream – Google Tag Einstellungen
Die Google Tag-Einstellungen im Datenstream sind leider sehr versteckt und werden daher oft übersehen.
Sie sind allerdings suuuper wichtig, denn hier kannst du folgendes konfigurieren:
Google Tag Einstellungen in GA4
Google hat beim Launch von GA4 großzügig in seiner Doku angekündigt, dass es später vielleicht irgendwelche Migrations-Tools geben wird – jetzt ist eines da. 👍
Wichtig: Wenn du den GTM im Einsatz hast, ist diese Einstellung NICHT relevant für dich! Es betrifft nur alte analytics.js Implementierungen, die nativ auf der Website verbaut sind!
Seit November 2021 gibt es nämlich einen kleinen Toggl-Switch mit dem du Ereignisse, die du über das alte analytics.js nativ implementiert hast direkt in GA4 erfassen kannst.
Damit ersparst du dir (zumindest vorerst) den Umbau der nativen analytics.js Trackingcodes auf die neuen GA4 Tracking Codes – die aufwändigste und ressourcen-raubenste Arbeit im Migrationsprozess.
Stattdessen übernimmt Google Analytics 4 deine custom ga()-Ereignisse, Timing- und Exception-Events völlig automatisch. #hutab👒
Achtung: Das Feature übernimmt KEINE Custom Dimensions und Metrics, KEINE UserID und KEINE Enhanced Ecommerce Events.
Das Feature sollte also NUR genutzt werden, wenn du keine Möglichkeit hast GA4 Tags bzw. den GTM auf deiner Website zu verbauen.
Es ist also empfehlenswerter, Zeit und Geld für den kompletten Umbau auf GA4 in die Hand zu nehmen (und im Zuge dessen direkt auf den GTM umzusteigen), da du sonst Altlasten mit dir herum schleppst – und von diesen wollen wir uns ja mit GA4 (endlich) lösen.
>> Weitere Infos im Google Support Center.
Das ist genial!
Das Cross-Domain Tracking in Universal Analytics war ja eher mühsam…
In Google Analytics 4 geht zum Glück alles einfacher.
Wichtig ist, dass alle Domains, die domainübergreifend in eine GA4 Property getrackt werden sollen, dieselbe Mess-ID (G-ID) implementiert haben. Cross-Domain Tracking funktioniert nur, wenn alle Domains den gleichen Data Stream nutzen.
Hier in den Datastream Einstellungen kannst du alle Domains eintragen, die domainübergreifend getrackt werden sollen:
Screenshot: X-Domain Tracking in GA4
Speichern. Fertig.
Google Analytics 4 übernimmt den Rest für dich.
Ob das X-Domain Tracking funktioniert, kannst du ganz einfach überprüfen indem du eine deiner Domains aufrufst und auf einen Link klickst, der auf eine andere Domain verweist. In der URL sollten folgender neuer Parameter verfügbar sein: _gl und eine Reihe von Hashes. Jedem Hash ist der Cookie-Name vorangestellt.
Wichtig: Subdomains z.B. shop.domain.de oder blog.domain.de benötigen KEIN extra Cross-Domain Tracking. Subdomains werden automatisch korrekt getrackt, wenn der Basis Tracking Code korrekt implementiert ist.
Weitere Details findest du hier im Google Support Center und hier bei Simo Ahava.
Alle Details vorerst im Google Support Center und (hoffentlich) bald auch hier im Blog.
Alle Details vorerst im Google Support Center und (hoffentlich) bald auch hier im Blog.
Wichtig: Laut Google Dokumentation muss die eigene Domain sowie Subdomains NICHT in die Referral Exclusion List aufgenommen werden, da dies automatisch als Self-Referrer erkannt und somit ausgeschlossen wird. Auch Cross-Domains müssen nicht angeführt werden, sofern X-Domain Tracking aktiviert wurde.
Seit Sommer 2021 kann in Google Analytics 4 auch wieder die Zeitüberschreitung für Sitzungen angepasst werden:
Screenshot: Adjust Session Timeout in GA4
Standardmäßig ist die Voreinstellung für die Sitzungsdauer 30 Minuten.
Diese kann auf maximal 7 Stunden und 55 Minuten hochgesetzt oder minimal 0 Minuten hinuntergesetzt werden.
Zusätzlich kann die Metrik „Sitzungen mit Interaktionen“ angepasst werden: Eine Sitzung wird zu einer „Sitzung mit Interaktion“, wenn sie eine bestimmte Dauer überschreitet.
Standardmäßig liegt der Grenzwert einer Interaktionsdauer bei 10 Sekunden.
Dieser kann jedoch ab sofort individuell angepasst werden: von Minimum 10 Sekunden zu Maximum 60 Sekunden.
Außerdem findest du in der „Tag-Anleitung ansehen“ die Tagging Instructions, denn so wie bei Universal Analytics oder jedem anderen Webanalyse Tool muss ein Tracking Tag auf deiner Website implementiert werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten den Tracking Tag auf deiner Website zu implementieren. Entweder du wählst die native Variante und fügst den gtag direkt auf deiner Website ein oder du wählst den Google Tag Manager (GTM).
Ich empfehle den Google Tag Manager, da du damit flexibler bist.
Wie du den gtag via GTM und auf deiner Website einbindest, habe ich in diesem Blogartikel im Detail beschrieben: gtag.js – Die geniale Zukunft Gegenwart von Google Analytics.
Wichtig: Google Analytics 4 ist derzeit noch nicht vollständig ausgereift! Wenn du gerade dabei bist Google Analytics auf einer neuen Website einzubinden, erstelle am besten beides: Eine Universal Analytics Property UND eine Google Analytics 4 Property.
Über den Google Tag Manager lassen sich beide Tags sehr einfach erstellen und du hast – zumindest im Basis Tracking – keinen Mehraufwand sondern nur mehr Vorteile. Lies dazu unbedingt diesen kurzen Strategie-Blogartikel: >> Hurra, hurra Google Analytics 4 ist da!
Herzlichen Glückwunsch🎉: Das grundlegende Setup hast du jetzt schon erfolgreich erledigt. ✅
Schauen wir uns die weiteren Einstellungen im Admin Interface an, bevor es ran an die geilen Analysen geht:
Über das kleine, unscheinbare Zahnrädchen⚙️ gelangst du von überall aus in das Google Analytics 4 Administrations Interface:
Screenshot: Google Analytics 4 – Admin Interface
Hinweis: Wenn du bereits Universal Analytics User warst, wirst du dich eventuell wundern wo die Datenansichten geblieben sind. Google Analytics 4 verfügt über keine Datenansichten mehr!
>> Alle Details dazu findest du hier im Universal Analytics vs. Google Analytics4 Vergleichs Blogartikel.
Gehen wir nun die Property Einstellungen (rechte Spalte im Bild oben) Schritt für Schritt durch:
Die Property Settings sind sehr rudimentär gehalten:
Screenshot: Google Analytics 4 – Property Einstellungen
Einstellen kannst du hier nur 1) die Industrie-Kategorie, die Zeitzone und die Währung.
Hinweis: Die Industrie-Kategorie kannst du auslassen, wenn du sie nicht angeben möchtest. Zeitzone und Währung solltest du zwingend richtig einstellen, da andernfalls deine Berichte falsch konfiguriert sind.
Außerdem findest rechts oben bei Punkt 2 die die Property ID.
Wichtig: Die Property ID ist unwichtig. Für das Website Tracking-Setup wird in Google Analytics 4 die Measurement-ID genutzt. Diese findest du in den Datenstreams -> Web Stream. Details dazu weiter oben.
3) Mit dem „Move Property“ Button kannst du deine Property in einen anderen Google Analytics Account verschieben.
Das ist vorteilhaft, wenn deine Property bspw. im GA Account deiner Agentur angelegt wurde und du sie bei einem Agentur-Wechsel mitnehmen möchtest.
Oder wenn du deinen GA Account aufräumen möchtest.
Wichtig: Für das Verschieben einer Property benötigst du Admin Rechte (Nutzer verwalten) im Quell- und Zielkonto.
4) Mit dem „Move to Trash Can“ Button kannst du deine GA4 Property löschen.
Nach dem löschen bleibt die Property weiterhin für 35 Tage in deinem Account sichtbar und du kannst sie jederzeit wieder herstellen. Erst nach 35 Tagen wird die Property endgültig gelöscht.
Das User Management hat sich schon länger nichts mehr geändert und ich gehe davon aus, dass das so bleiben wird, denn es wurde erst vor ein paar Jahren und mit der Einführung der Google Marketing Plattform (GMP) überarbeitet.
Der Vorteil: Die Benutzerverwaltung sieht in jedem Produkt der Google Marketing Plattform gleich aus – in Google Analytics genauso wie im Google Tag Manager, Google Ads, Google Optimize, Google Data Studio…
Mit Klick auf das blaue „+“ kannst du User und User-Gruppen erstellen:
Screenshot: Google Analytics 4 – User Management
Pro User bzw. User Gruppe können folgende Rechte vergeben werden:
Früher:
[Update November 2021] Heute:
Wichtig: Erhalten User minimale Zugriffsrechte (lesen und analysieren), können sie ALLE Daten aus ALLEN Streams einsehen.
Du kannst also nicht einstellen, dass User nur bestimmte Streams oder bestimmte Daten sehen können. Leider. 😒
Kleiner Trost: Mit den neuen User Rollen ist eine Dateneinschränkung für GA4 dazu gekommen. So kannst du für jeden User einstellen ob er Kosten- und Umsatzmesswerte sehen darf oder nicht.
Screenshot: GA4 Dateneinschränkungen auf User Basis
Ein Datenstream ist eine Datenquelle. Erst wenn ein Datenstream eingerichtet ist, fließen Daten in die Property.
Mit einer Datenquelle kannst du 1) deine Websites, 2) deine iOS Apps und 3) deine Android Apps für die GA4 Property konfigurieren:
Screenshot: GA4 – Daten Streams
Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis Daten in den Berichten angezeigt werden.
Das Schöne ist, du kannst hier überprüfen ob Daten aus dem jeweiligen Datenstream in die Property einfließen oder nicht:
Screenshot: Google Analytics 4 Datenstream Check
Hinweis: Es können max. 50 Datenstreams pro Property erstellt werden.
Wie du deine Daten Streams einrichtest erfährst du weiter oben in diesem Blogbeitrag im Detail.
Mit der Funktion „Datenimport“ kannst du Daten aus externen Quellen in Google Analytics 4 hochladen und somit mit deinen Analytics-Daten zusammenführen.
Wenn du auf „Datenquelle erstellen“ klickst, siehst du, welche Datentypen hochgeladen werden können:
Das Datenimport Feature funktioniert ähnlich wie in Universal Analytics. Deswegen sei an dieser Stelle auf den „alten“ Artikel verlinkt: >> Datenimport: Alles was du wissen musst, um externe Daten in Google Analytics hochzuladen.
Hinweis: Der Upload von Kostendaten ist eines der meistunterschätzen Features in Google Analytics – hat Avinash Kaushik in einen seiner Vorträge mal erwähnt.
In den Data Settings gibt es momentan nur drei Einstellungen:
Mit Data Collection meint Google die Datenerfassung über Google Signals, die du hier aktiveren kannst:
Screenshot: Google Analytics 4 – Google Signals aktivieren
Mit Google Signals erhältst du Verhaltensdaten deiner User, die Google über das Doubleclick Drittanbieter (3rd party) Cookie und den Cross-Device Graph bezieht.
Es sind nicht deine Daten bzw. Daten, die du über den Tracking Code erhebst.
Vielmehr sind es Daten die Google erfasst, wenn User mit ihrem Google Konto im Chrome Browser, Google Maps, Youtube, Google Play App Store und am Android Smartphone eingeloggt sind und die Ads Personalisierung aktiviert haben:
Screenshot: Mein Google Konto – Daten & Personalisierungs Einstellung
Hinweis: Hier kannst du überprüfen ob du die Werbefunktionen in deinem Google Konto aktiviert oder deaktiviert hast.
Ich empfehle die Aktivierung von personalisierter Werbung: Das Targeting funktioniert mittlerweile so gut, dass ich nur relevante Werbung ausgespielt bekomme. Die Retargeting Anzeigen nutze ich bspw. als Erinnerung, wenn ich etwas kaufen will aber noch nicht dazu gekommen bin. #gewusstwie 😅
Aktivierst du Google Signals in deiner GA4 Property werden deine Reports um demografische Merkmale (Alter, Geschlecht) und Interessen (Shoppers, Travelers,…) deiner User erweitert. Wo du die Reports findest und wie sie aussehen, erfährst du hier.
Aus diesen Daten kannst du sogar Remarketing-Zielgruppen erstellen und direkt in Google Ads oder Display & Video 360 nutzen. Wie du Zielgruppen erstellst, erfährst du hier.
Außerdem arbeitet Google gerade daran, das geräteübergreifende Tracking zu perfektionieren, sodass du dich zukünftig nicht mehr selber um das Tracking einer UserID kümmern musst. Dazu bald mehr Infos.
Wichtig: Die Google Signals Daten sind aggregiert und anonym.
Dennoch musst du deine Websitebesucher informieren, dass du Google Signals auf deiner Wesite aktiviert hast. Dazu muss du deinen Datenschutztext anpassen und den Link zur Ablehnung der Anzeigen-Personalisierung hinzufügen. Details dazu siehe hier im Google Support Center.
In den Datenaufbewahrungs-Einstellungen kannst du festlegen, wie lange deine Rohdaten auf den Google Servern gespeichert werden sollen, bevor sie automatisch gelöscht werden.
Info: Diese Einstellung wurde 2018 und mit der Einführung der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) in Google Analytics hinzugefügt.
Derzeit gibt es nur zwei Auswahlmöglichkeiten – eine davon musst du auswählen:
Screenshot: Google Analytics 4 – Data Retention Settings
Wichtig: Diese Einstellung betrifft auch die Daten im Analysis-Bereich. Lässt du die Einstellung auf Standard (2 Monate), kannst du in deinen Custom Reports auch nur 2 Monate zurück gehen. Die Standard-Reports sind davon nicht betroffen!
Empfehlung: Je nach den Datenschutz Bestimmungen in deiner Firma, empfehle ich die Einstellung auf 14 Monate zu erhöhen. Die Datengrundlage in den Analysis-Reports sind dann max. 14 Monate.
Weiters kannst du auswählen ob deine User Daten bei neuer Aktivität zurückgesetzt werden sollen: Aktiviere diese Option, um die Aufbewahrungsdauer der UserID bei jedem neuen Ereignis zurückzusetzen (das Ablaufdatum wird dadurch auf die aktuelle Zeit plus Aufbewahrungsdauer gesetzt).
Wenn du nicht möchten, dass der Aufbewahrungszeitraum für eine UserID zurückgesetzt wird, deaktiviere diese Option. Mit der Benutzerkennung verknüpfte Daten werden nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist automatisch gelöscht.
Datenfilter sind unheimlich wichtig, da nicht alle Daten für die Analyse relevant sind. So gehört bspw. folgender Traffic aus dem Datentopf ausgeschlossen:
Info: In Google Analytics 4 wird Spam Traffic automatisch ausgeschlossen.
Derzeit sind die Datenfilter in GA4 nur sehr eingeschränkt nutzbar. Ich gehe davon aus, dass hier (sehr, sehr bald) mehr Möglichkeiten hinzugefügt werden.
Momentan gibt es daher nur zwei Filter-Typen:
Hinweis: Mit diesen Filter-Typen kannst du also internen Traffic und Traffic von deinem Testsystem aus GA4 ausschließen.
Tipp💡: Ebenso kannst aber eine eigene Google Analytics 4 Property für deinen internen Traffic sowie für den Traffic aus dem Testsystem erstellen.
Spannend ist, dass mit Google Analytics 4 sogenannte Filter Modi eingeführt wurden. Ein Filter kann einen von drei Stati aufweisen:
Im Test-Modus wendet Google Analytics den Filter nur zu Test-Zwecken an. Es erfolgen keine permanenten Änderungen. Die Daten werden mit „internal“ geflaggt.
Der Filter wird aktiv, wenn der Aktiv-Modus aktiviert ist.
Um den Filter zu deaktivieren, wird der Modus auf inaktiv gestellt.
Hinweis: Aktive Datenansichts-Filter wirken sich auf die Daten ALLER Daten Streams aus – sowohl Website- als auch App-Traffic.
Folgen bestimmt.
Google Analytics 4 ist derzeit in einer sehr frühen Phase und es kommen laufend neue Einstellungen dazu.
Über meinen Google Analytics 4 Liveticker bekommst du einmal im Monat die neuesten News direkt und bequem in deinen Posteingang und verpasst keine GA4 Neugikeiten mehr:
Hier erfolgt die Einstellung für plattformübergreifende Analysen mittels UserID, Google Signals und Modellings:
Screenshot: GA4 – Identität für die Berichterstellung
Starten wir mit der UserID.
Die UserID ist eine für jeden User eindeutige Nummer.
Mit dieser Nummer können Interaktionsdaten von verschiedenen Geräten (Desktop, Mobile, Tablet) und aus unterschiedlichen Sitzungen einem User eindeutig zugeordnet werden.
Der Vorteil: Du erhältst dadurch viiiiel genauere Daten in den Berichten.
Um die User-ID Funktion nutzen zu können, müssen User eindeutig, jedoch anonym auf deiner Website identifiziert werden bspw. über einen Login.
Anschließend muss die UserID im Tracking-Code implementiert werden. Wie die UserID in Google Analytics 4 bzw. mit dem gtag erfasst werden kann, erfährst du hier im Google Support Center.
Hinweis: Je höher der Anteil der authentifizierten Kontakte, desto genauer wird die Auswertung.
In Google Analytics 4 gibt es drei Möglichkeiten, User für die Berichterstellung zu ermitteln:
Standardmäßig ist „Vermischt“ voreingestellt.
Wenn du keine UserID und/oder keine Google Signale nutzt, dann wird automatisch nur die ClientID für die Berichterstellung angewendet. Du kannst diese Einstellung also theoretisch ignorieren.
Praktisch ist es momentan so, dass die Datenzusammenführung über Google Signale momentan noch nicht optimal funktioniert und du mit dieser Einstellung sehr häufig folgende Fehlermeldung in deinen Berichten erhältst – Grenzwertfunktion angewendet:
Screenshot: Fehlermeldung GA4 – Grenzwertfunktion angewendet
Diese Fehlermeldung besagt, dass dein Datenvolumen die Analytics-Datengrenzwerte erreichen muss, um vollständige Informationen anzeigen zu können.
Google kann Daten automatisch ausschließen, um zu verhindern, dass die Identität von Einzelpersonen anhand ihrer demografischen Merkmale und Interessen abgeleitet wird – jene Daten die du dank Google Signals bekommst.
Wenn in einem Bericht beispielsweise zu wenige Informationen von „Geschlecht=männlich“ enthalten sind, werden diese Daten möglicherweise zurückgehalten – und das führt zu diesem roten Rufzeichen und der Fehlermeldung.
Also Google Informiert dich also, wenn Datengrenzwerte nicht erreicht wurden – dass ist aber immer nur der Fall, wenn ihr Google Signals aktiv habt.
Wie bekommst du die Fehlermeldung weg?
Indem du in der Einstellung „Identität für die Berichterstellung“ auf „Gerätebasiert“ umstellst.
Wichtig: Die Umstellung ändert NICHT die Art der Datenerfassung. Es werden damit nicht weniger Daten erfasst. Es ändert sich NUR die Darstellung der Daten – mit oder ohne UserID, Google Signale und Modellings.
Sehr, sehr cool ist, dass in den neuen Attributionseinstellungen in GA4 das Standard-Attributionsmodell in ALLEN Standard-Berichten definiert werden kann:
Screenshot: Attributions Settings in GA4 – Attributionsmodell
Damit muss man sich nicht mehr nur mit dem Last Non-Direct Click Standardmodell aus UA zufrieden geben, sondern kann zukünftig wählen was am besten zum eigenen Unternehmen passt. Das ist mega!
Hinweis: Seit Jänner 2022 ist das Datengetriebene Attributionsmodell das Standard-Modell in GA4. Außerdem sind alle Modelle aus Universal Analytics nach GA4 übersiedelt worden: Letzter Klick, erster Klick, Linear, Positionsbasiert, Zeitverlauf.
>> Alle Infos zur Datengetriebenen Attribution findest du hier.
Außerdem kann das Lockback Window angepasst werden:
Screenshot: Attributions Settings in GA4 – Lockback Window
Dabei wird zwischen zwei Conversion-Ereignistypen unterschieden:
Conversion Ereignisse vom Typ Akquisition sind jene Ereignisse, die der User bei seinem ALLER ERSTEN BESUCH auf deiner Website hat wie bspw. first_open oder first_visit. Diese haben den Scope „User“.
Alle anderen Ereignisse sind Sitzungs- oder Ereignis-basiert.
Wichtig: Änderungen, die du am Lookback-Window vornimmst, sind nur für die Zukunft wirksam.
Außerdem spiegeln sich diese Änderungen in ALLEN User-basierten Berichten innerhalb deiner Analytics-Property wider.
Super genial finde ich, dass es in Google Analytics 4 einen Änderungsverlauf auf Property Ebene gibt. Diesen gab es bisher nur auf Konto-Ebene:
Screenshot: GA4 Account Change History bzw Änderungsverlauf
Wie auch schon auf Konto Ebene kannst du hier nachvollziehen, welche Änderungen in der Property durchgeführt wurden:
Screenshot: GA4 Änderungsverlauf Beispiel
Du erfährst:
geändert hat und das ist ziemlich praktisch wenn es einmal zum Troubleshooting kommt.
Seit der Einführung der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) 2018 bietet Google Analytics die Löschanfrage für Daten an. Diese ist natürlich auch in Google Analytics 4 verfügbar.
Wenn du Daten in Google Analytics erfasst hast, die du jedoch löschen möchtest, kannst du hier die entsprechende Anfrage erstellen.
Alle Details dazu hier in der Google Analytics Hilfe.
Unter Produkt Verlinkungen kann die Property wie bisher mit anderen Google Produkten verknüpft werden.
Es sind wieder alle Produktverknüpfungen möglich, die es bereits in Universal gab:
Mit Google Analytics 4 ermöglicht Google nun ALLEN Google Usern den Export der Google Analytics Daten nach BigQuery (BQ) – und das völlig kostenlos.
BigQuery ist Googles Cloud Data Warehouse: Du kannst darin deine Daten speichern und in sekundenschnelle wieder abfragen, denn BigQuery verfügt über eine enorme Rechenleistung.
In Google Analytics 4 kannst du deine gesammelten Daten automatisiert nach BigQuery speichern und mittels SQL abfragen. Dazu benötigst du jedoch ein starkes technisches Grundverständnis.
Das wichtigste ist: Mit BigQuery erhältst du Zugriff auf die Rohdaten deiner Google Analytics 4 Property.
Wie du GA4 mit BigQuery verknüpfst, siehst du in diesem Google Video:
In der Firebase Verlinkung siehst du welche Firebase Projekte mit der GA4-Property verlinkt sind sowie das Datum an dem die Verlinkung stattgefunden hat.
Weiters kann hier die Nutzerverwaltung auf das Firebase Projekt eingeschränkt werden:
Screenshot: Firebase und Google Analytics 4 Verlinkung
Die Verlinkung von Firebase mit GA4 ist notwendig, wenn du deine mit Firebase erfassten App Daten in Google Analytics 4 analysieren möchtest.
Weitere Details dazu findest du hier im Google Supportcenter.
In den weiteren Einstellungen gibt es derzeit nur einen Punkt:
Analytics Intelligence (auf Deutsch: Analytics Radar) ist eines der neuen Produkte in Google Analytics 4, die zukünftig sehr viel Aufmerksamkeit bekommen werden. Denn dahinter verbirgt sich ein Machine Learning Algorithmus, der dir dabei hilft, deine Daten besser zu verstehen und entsprechend zu reagieren.
Das ganze funktioniert so, dass du dem Analytics Radar eine Frage stellst und vom Analytics Radar eine Antwort erhältst. Je mehr fragen du stellst, desto intelligenter wird der Algorithmus und desto besser werden die Antworten.
Screenshot: Google Analytics 4 Intelligence Search bzw Analytics Radar
Eine Historie der gestellten Fragen wird hier unter “Weitere Einstellungen” gespeichert.
Das Spannende ist, das sich hinter dem Analytics Radar auch die benutzerdefinierten Benachrichtigungen (in Engl. Custom Alerts) aus Universal Analytics verstecken.
Hinweis: Was Custom Alerts sind und wie wertvoll sie sind, kannst du hier nachlesen: Custom Alerts – Wie du in 9 Minuten täglich 2 Stunden Arbeit sparst – für immer
In aller Kürze: Custom Alerts sind Email Benachrichtigungen, wenn sich etwas höchst dramatisches oder äußerst gutes auf deiner Website ändert z.B. die Transaktionen um 50% abfallen. Google Analytics macht dich automatisch auf solche Änderungen aufmerksam – sogar per Email.
Die Custom Alerts befinden sich jedoch nicht – wie eigentlich erwartet – in der Google Analytics Administration, sondern verstecken sich im Berichtsbereich auf der Startseite –> Statistiken:
Screenshot: Analytics Radar im GA4 Bericht Snapshot
Wenn du hier auf „Alle Analysedaten an