Multi Currency: So analysierst du verschiedene Währungen gemeinsam in Google Analytics10 min Lesezeit

Michaela Linhart Leave a Comment

Das Multi Currency- Feature in Google Analytics gibt es schon seit langem: Und obwohl es heute mittlerweile Standard ist, ist es für viele Google Analytics User unbekannt. Dabei bietet es internationalen Websites einige, große Vorteile…

GA: Was ist das Multi Currency Feature?

In Google Analytics macht es natürlich keinen Sinn, Transaktionen kunterbunt in Euro, Dollar, Pfund, etc. zu erfassen: Das würde eine ziemlich falsches Umsatz-Bild ergeben.

Vor allem wenn es um Länder wie z.B. Schweden geht, wo der aktuelle Wechselkurs von Euro in Schwedischen Kronen 1:10 steht. D.h. 10 Euro sind knapp 100 SEK. Nicht konvertiert würde das den Umsatz in Analytics ziemlich in die Höhe treiben…

Onlineshops die ihre Produkte also nicht nur innerhalb des eigenen Landes, sondern auch in andere Länder mit unterschiedlichen Währungen verschicken, mussten sich bis 2013 selbst um die Währungskonvertierung kümmern.

Und das ist ziemlich mühsam: Denn dabei muss so einiges beachtet werden! Beispielsweise darf nicht nur der Transaktionsumsatz, sondern auch alle anderen betreffenden Währungs-Metriken richtig und tagesaktuell konvertiert werden z.B. die Steuern, die Versandkosten, etc.

Aber seit 2013 hat Google eben die Währungsumrechnung direkt in Google Analytics integriert – und das erspart vielen, vielen Programmieren viel, viel Arbeit. ?

Außerdem gibt es neue Dimensionen und Metriken, mit denen Währungsanalysen viel genauer, detaillierter und auch viel einfacher als bisher gehen…

Multi Currency Analysen

Für Multi Currency Analysen gibt es keinen Standard Report in Google Analytics, d.h. ein Custom Report muss her.

Als Dimension wähle die neu verfügbare Dimension “Währungscode”. Als Metriken die Transaktionen, den Umsatz, die Steuern, die Versandkosten – und außerdem die neuen Metriken, die es extra für Multi Currency gibt: Den lokalen Umsatz, die lokalen Steuern und die lokalen Versandkosten.

Die Custom Report Konfiguration sieht nun so aus: Über diesen Link kannst du dir die Vorlage in deinen Google Analytics Account laden.

Multi Currency Custom Report in Google Analytics

Screenshot: Multi Currency Custom Report Konfiguration in Google Analytics

Du erhältst nun einen wunderbaren Leistungs-Überblick über alle deine verschiedenen Währungen: Welche Währung für wie viele Transaktionen und wie viel Umsatz verantwortlich ist. Wie viele Steuern und Versandkosten je Währung erzielt wurden. Und besonders spannend: Wie viel der Umsatz in der jeweiligen Landeswährung betragen hat.

Multi Currency Custom Report in Google Analytics

Screenshot: Multi Currency Custom Report in Google Analytics

Mit dem Multi-Currency Feature von Google Analytics kannst du also sowohl in deiner Landeswährung als auch in den Landeswährungen deiner Märkte reporten. Für die erforderliche Umrechnung verwendet Analytics den Wechselkurs des Vortags.

Reporting in Landeswährung

Wann immer du deine lokale Währung für Analysen benötigst, verwendest du die üblichen Ecommerce-Metriken:

  • Transaktion
  • Umsatz
  • Steuern
  • Versand
Google Analytics Reporting in lokaler Währung

Screenshot: Google Analytics Reporting in lokaler Währung

Reporting in Fremdwährung

Wann immer du die Währungen deiner Märkte benötigst, stehen dir folgende Metriken in Landeswährung zur Verfügung:

  • Umsatz in Landeswährung
  • Steuern in Landeswährung
  • Versand in Landeswährung
Google Analytics Reporting in Fremdwährung

Screenshot: Google Analytics Reporting in Fremdwährung

Beachte dabei, dass die Metriken in Landeswährung unterschiedlichen Währungen entspricht. Für UK sind es Britische Pfund, für Polen Polnische Zloty, usw. Die Summe ist also ein kunterbunter Mix aus allen Währungen.

How to: Multi Currency Feature verwenden

Damit das Multi Currency Feature in Google Analytics aktiviert wird und du es verwenden kannst, sind zwei Schritte erforderlich:

  1. Deine lokale Währung auf Datenansichtsebene eintragen (das gehört zum Standard Google Analytics Setup und hast du mit Sicherheit bereits getan). 
  2. Die Währung korrekt in deinen Ecommerce Transaktionen mit übergeben. Dazu muss der Tracking Code angepasst werden.

1.) Lokale Währung konfigurieren

Grundsätzlich basiert das Multi Currency Feature auf Datenansichts Ebene: In den Einstellungen der Datenansicht kannst du auswählen, welche Währung als Hauptwährung in allen Google Analytics Ecommerce Berichten angezeigt werden soll:

Google Analytics Datenansichts Einstellungen

Screenshot: Google Analytics Datenansichts Einstellungen

Standardmäßig ist die angezeigte Währung immer Dollar: Aber nachdem der Onlineshop für Bioweine der Familie Hausdorf aus Österreich ist, habe ich hier die Währung EURO eingestellt.

Hinweis: Änderungen an der Hauptwährung wirken sich nur auf deine zukünftigen Daten aus. Bereits vorhandene Daten werden nicht in die neue Währung umgerechnet!

Du solltest dir daher direkt beim Google Analytics Setup überlegen, welche Währung deine Hauptwährung sein soll.

Ich empfehle dir auf keinen Fall die Währung im nachhinein umzustellen: Denn dadurch hast du bis zum Tag X Umsatzwerte in z.B. Britischen Pfund und plötzlich ab Tag Y dieselben Werte mit einem Euro Symbol davor – obwohl es eigentlich Pfund sind. Außerdem erfasst du ab Tag Y plötzlich Euro-Preise, wodurch deine Daten nicht mehr vergleichbar sind. Die Folge ist ein Währungs-Murks!

Das selbe gilt übrigens auch für die Zeitzonen-Einstellung…

Exkurs: Änderungen an der Zeitzone wirken sich ebenfalls nur auf deine zukünftigen Daten aus - und nicht rückwirkend.

Auch hier gilt: Bereits von im vorhinein überlegen, in welcher Zeitzone du deine Daten erfassen möchtest. Wenn du z.B. Österreich auswählst, entspricht das der mitteleuropäischen Zeit. D.h. egal ob deine User aus Österreich, aus London oder aus Moskau stammen, es wird die mitteleuropäische Zeit für Tagesanfang und Tagesende herangezogen.

Das große Problem ist, wenn du später die Zeitzone umstellst, kann es durch die Zeitverschiebung zu einer Abflachung oder Spitze in deinen Google Analytics Daten kommen, die aussieht wie ein Datenverlust. Ich weiß das, weil mir das selbst schon mal passiert ist, und ich sag dir: Das ist nicht lustig! Laut Google gab es zwar keinen Datenverlust, sondern nur eine Verschiebung, aber hmm… wer weiß das schon… (Details siehe Google Doku)

–> Besser von Anfang an überlegen in welcher Währung und Zeitzone du reporten möchtest und vor einer Umstellung besser zwei Mal überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist.

2.) Ecommerce Trackingcodes anpassen

Jetzt muss nur noch deine Ecommerce Tracking Codes um eine Zeile erweitern, nämlich um den Währungscode.

Wann immer du Produkt-Interaktionen wie z.B. eine Produkt Impression, einen Produkt Klick, ein Add-to-Cart oder die Transaktion erfasst, füge folgende Zeile ein:

'currencyCode': 'EUR'

D.h. für deinen Australischen Shop übergibst du hier AUD, für Amerika USD, für Schweizer Franken CHF, usw. Eine Liste aller Währungscodes findest du hier in der Google Doku.

Beispiel Transaktion: Nativer Google Analytics Einbau

ga('ecommerce:addTransaction', {
  'id': '1234',
  'affiliation': 'Acme Clothing',
  'revenue': '11.99',
  'shipping': '5',
  'tax': '1.29',
  'currency': 'EUR'  // local currency code.
});

Details: siehe Google Developer Guide. 

Beispiel Transaktion: Einbau via Google Tag Manager

dataLayer.push({
  'ecommerce': {
    'currencyCode' : 'EUR', // local currency code.
    'purchase': {
      'actionField': {
        'id': 'T12345',                    
        'affiliation': 'Online Store',
        'revenue': '35.43',                  
        'tax':'4.90',
        'shipping': '5.99',
        'coupon': 'SUMMER_SALE'
      },
      'products': [{                           
        'name': 'Triblend Android T-Shirt',  
        'id': '12345',
        'price': '15.25',
        'brand': 'Google',
        'category': 'Apparel',
        'variant': 'Gray',
        'quantity': 1,
        'coupon': ''                            
       },{
        'name': 'Donut Friday Scented T-Shirt',
        'id': '67890',
        'price': '33.75',
        'brand': 'Google',
        'category': 'Apparel',
        'variant': 'Black',
        'quantity': 1
       }]
    }
  }
});

Details: Siehe Google Tag Manager Guide. 

>> ACHTUNG: Google hat standardmäßig für alle Ecommerce Aktivitäten also Product View, Add to Cart, etc. eine Code Zeile für den Währungscode eingefügt – außer bei der Transaktion. Den Currency Code brauchst du aber gerade und ganz speziell bei der Transaktion auch. Also auch hier unbedingt ebenfalls mit übergeben.

Und jetzt kommt die Magie…

Kauft beispielsweise in Australien jemand dein Produkt, wird der Australische Währungscode in deinen Ecommerce Transaktionscodes übergeben.

Die Datenansicht ist aber z.B. in Euro eingestellt, weil du alle Transaktionen automatisch in Euro umrechnen möchtest.

Google Analytics erhält also die Australische Transaktion und rechnet sie automatisch, mit dem Währungskurs von gestern, in Euro um. Und tatatata: Du erhälst beides, die Transaktion in Fremdwährung und zusätzlich automatisch in Euro in der Datenansicht. ?

Wenn dir dieser Blogartikel gefallen hat, dann freue ich mich über ein Like, ein Share und einen Kommentar von dir. Abonniere gerne meinen Newsletter und meine Facebook Seite und lass dich automatisch über neue Blogbeiträge informieren. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.